Ein Bohrhammer entwickelt ein Drehmoment, das ein Mensch nicht festhalten kann. Blockiert der Bohrer – an einer Armierung, in einem Hohlraum, an einem Steinbrocken –, bleibt das Drehmoment im Motor. Und weil sich der Bohrer nicht mehr dreht, dreht sich das Gehäuse.
Was die Kupplung tut
Die Sicherheits- oder Rutschkupplung sitzt zwischen Motor und Getriebe. Übersteigt das Drehmoment einen eingestellten Wert, trennt sie den Kraftfluss: Der Motor dreht weiter, die Spindel bleibt stehen. Man hört ein Rattern, das Gerät bleibt in der Hand.
Ohne diese Kupplung reißt das Gerät um die Bohrerachse herum. Bei einem Gerät mit mehreren Kilo und zweistelligen Newtonmetern ist das eine Bewegung, die Handgelenke verletzt, besonders auf einer Leiter.
Warum der Zusatzgriff dazugehört
Die Kupplung greift nicht verzögerungsfrei. Sie begrenzt das Drehmoment, sie verhindert nicht den ersten Ruck. Der Zusatzgriff verlängert den Hebel und gibt der zweiten Hand einen Punkt, an dem sie gegenhalten kann – deshalb gehört er montiert, auch wenn das Gerät leicht ist und die Arbeit kurz.
Beim Ansetzen hilft die Griffhaltung: Der Zusatzgriff sollte so stehen, dass ein Ruck den Unterarm gegen den Körper führt und nicht von ihm weg. Bei Deckenbohrungen ist das der Unterschied zwischen einem Schreck und einem Sturz von der Leiter.
Woran sich das Verkanten ankündigt
Meist ändert sich vorher etwas: Das Bohrmehl wird feiner und grauer (Armierung), das Gerät kommt schlagartig nicht mehr voran, oder der Ton wird höher. Wer an dieser Stelle den Druck herausnimmt und den Bohrer kurz zurückzieht, kommt gar nicht erst in die Situation.
Nachrüsten geht nicht
Die Kupplung ist Teil des Getriebes und lässt sich nicht nachträglich einbauen. Ob ein Gerät eine hat, steht in den technischen Daten – bei Geräten der Abbruchklasse gehört sie zum Standard, bei sehr günstigen Kleingeräten fehlt sie gelegentlich. Diese Angabe ist einer der wenigen Punkte im Datenblatt, die sich direkt auf die Sicherheit auswirken.
Konkrete Modelle zu dieser Frage
Welche Geräte diese Anforderungen erfüllen, steht im zugehörigen Vergleich – mit Einsatzprofil, Stärken und Grenzen je Modell.
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