Die Zahl, auf die es ankommt, ist die Schlagenergie in Joule. Watt beschreibt, was der Motor aus der Steckdose zieht, nicht, was vorn am Bohrer ankommt. Zwischen beiden sitzt das Schlagwerk, und dessen Wirkungsgrad steht auf keiner Verpackung.
Watt: eine Eingangsgröße
Zwei Geräte mit identischen 1.500 Watt können 7 und 12 Joule liefern. Das ist kein Widerspruch, sondern zeigt nur, dass die Wattzahl die falsche Seite der Rechnung beschreibt. Sie sagt etwas über Stromverbrauch und Absicherung aus – und sie fehlt bei Akku-Geräten ganz, weil dort die Spannung angegeben wird.
Besonders irreführend wird es beim Vergleich zwischen Netz und Akku. Ein 18-Volt-Akkugerät hat keine Wattangabe, liefert aber 3 Joule. Ein 800-Watt-Netzgerät kann bei denselben 3 Joule liegen. Wer nach Watt sortiert, vergleicht schlicht nichts.
Joule: die Zahl, die zählt
Ein Joule ist die Energie eines einzelnen Schlags. Und weil sich Beton durch Schlag löst, nicht durch Drehen, entscheidet diese Zahl über das Arbeitstempo. Grob:
- 2 bis 3 J – Dübellöcher bis etwa 12 mm, kleine Durchbrüche für Leitungen.
- 5 bis 8 J – größere Bohrungen, Fliesen abschlagen, längere Meißelarbeit.
- ab 10 J – Estrich, Beton, Wanddurchbrüche.
Schlagzahl: das Tempo, nicht die Kraft
Die Schlagzahl (Schläge pro Minute, oft als bpm angegeben) beschreibt, wie oft zugeschlagen wird. Werte um 4.000 bis 4.500 sind bei SDS-plus-Geräten üblich. Sie ergänzt die Joule-Angabe, ersetzt sie aber nicht: Viele schwache Schläge arbeiten sich nicht durch Material, das ein einzelner kräftiger Schlag aufbricht.
Auffällig ist der Zusammenhang in die andere Richtung. Geräte mit hoher Schlagenergie haben oft eine niedrigere Drehzahl – bei einem SDS-max-Gerät sind 480 U/min normal, bei SDS-plus eher 900 bis 1.200. Das ist Absicht: Solche Geräte sind zum Schlagen gebaut, nicht zum schnellen Bohren.
Was im Datenblatt fehlt
Keine dieser Zahlen sagt etwas über die Standfestigkeit des Schlagwerks oder darüber, wie sich das Gerät nach zwanzig Minuten über Kopf anfühlt. Dafür helfen Gewicht, Griffgestaltung und – bei Akkugeräten – die Frage, wie viele Löcher eine Akkuladung trägt. Genau diese Angabe machen Hersteller selten.
Konkrete Modelle zu dieser Frage
Welche Geräte diese Anforderungen erfüllen, steht im zugehörigen Vergleich – mit Einsatzprofil, Stärken und Grenzen je Modell.
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