Welcher Bohrhammer passt, hängt weniger vom Gerät ab als von der Wand. Und die lässt sich in den ersten Sekunden des Bohrens bestimmen – an der Farbe des Bohrmehls und daran, wie das Gerät vorankommt.
Das Bohrmehl lesen
- Rötlich-braun, grob – Ziegel oder Hochlochziegel. Weich, aber hohl: Der Bohrer kann durchbrechen, Dübel finden wenig Halt. Schlag hier eher zurücknehmen.
- Weiß und fein – Kalksandstein. Hart und massiv, Schlag ist sinnvoll, Dübel halten gut.
- Grau, mit Steinchen – Beton. Hier braucht es Schlagenergie; ohne Hammerfunktion wird das nichts.
- Sehr weiß und leicht, fast Staub – Porenbeton. Ohne Schlag bohren, sonst reißt das Loch aus. Es braucht Spezialdübel.
- Grau und sehr fein, Gerät kommt kaum voran – möglicherweise Armierung getroffen. Sofort absetzen.
Warum Armierung das Vorhaben ändert
Stahl im Beton ist kein Grund, mehr Schlagenergie zu geben – im Gegenteil. Ein Hammerbohrer schlägt auf Stahl, ohne ihn abzutragen, und stumpft dabei ab. Wer auf Armierung trifft, versetzt das Loch, oder wechselt auf einen Bohrer, der für Bewehrung ausgelegt ist, und schaltet den Schlag ab.
Ein tragendes Element anzubohren ist zudem kein reines Werkzeugthema. Bei durchtrennter Bewehrung in einer tragenden Wand geht es um Statik, nicht um das Loch.
Welche Klasse die jeweilige Wand verlangt
Für Ziegel und Porenbeton reicht eine Bohrmaschine ohne Hammerfunktion. Kalksandstein geht mit Schlag deutlich schneller, ein Gerät der 2-bis-3-Joule-Klasse ist hier komfortabel. Beton ist die Grenze: Ohne pneumatisches Schlagwerk wird jedes Loch zur Geduldsprobe, und ab etwa 16 mm Durchmesser wird auch ein 3-Joule-Gerät spürbar langsamer.
Vor dem ersten Loch
Leitungssuchgerät ansetzen, besonders über Steckdosen und Schaltern – dort verlaufen Leitungen in senkrechten und waagerechten Zonen. Das ersetzt kein Wissen über den Bau, verhindert aber die häufigsten Treffer. Und: erst ohne Schlag ankörnen, dann den Schlag zuschalten. So rutscht der Bohrer nicht über die Wand.
Konkrete Modelle zu dieser Frage
Welche Geräte diese Anforderungen erfüllen, steht im zugehörigen Vergleich – mit Einsatzprofil, Stärken und Grenzen je Modell.
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