Die Farbanzeige gehört zu den Funktionen, die am meisten Vertrauen erzeugen und am wenigsten erklärt werden. Was dahintersteckt, ist in der Regel ein optischer Sensor, der Streulicht auswertet – und daraus eine Partikelkonzentration schätzt.
Wie der Sensor arbeitet
Ein kleiner Luftstrom wird an einer Lichtquelle vorbeigeführt. Partikel streuen das Licht, ein Fotodetektor erfasst diese Streuung, und aus deren Stärke errechnet die Elektronik einen Wert. Das ist eine Schätzung, kein gravimetrisches Messverfahren.
Der Sensor unterscheidet dabei nicht nach Art des Partikels. Wasserdampf, Kochdunst, Deospray und Feinstaub erzeugen alle Streulicht. Deshalb springt die Anzeige zuverlässig auf Rot, wenn jemand im Raum Deo benutzt – gemessen wird der Aerosolnebel, nicht dessen Herkunft.
Warum das trotzdem brauchbar ist
Für den Zweck reicht es. Die Automatik soll erkennen, dass gerade etwas in der Luft ist, und die Stufe anheben. Ob es Kochdunst oder Staub war, ist für diese Entscheidung nicht wichtig – filtern lässt sich beides.
Unbrauchbar wird die Anzeige erst, wenn man den Zahlenwert als Messung liest. Der angezeigte PM2,5-Wert ist eine Schätzung eines Consumer-Sensors und kein Messwert im Sinne einer amtlichen Erfassung.
Wo die Anzeige regelmäßig irritiert
- Nach dem Lüften springt sie hoch – Außenluft bringt Partikel herein. Das Gerät arbeitet korrekt.
- Beim Duschen im Nebenraum – Wasserdampf streut Licht wie Staub.
- Beim Staubsaugen – aufgewirbeltes Material, oft mit Verzögerung.
- Dauerhaft grün trotz sichtbaren Staubs – der Sensor erfasst nur die Luft an seinem Einlass, nicht die abgelagerten Partikel im Raum.
Wartung
Der Sensoreinlass setzt sich mit der Zeit zu und liefert dann falsche Werte, meist zu niedrige. Bei vielen Geräten lässt er sich öffnen und vorsichtig reinigen; die Anleitung nennt das Intervall. Ein Gerät, dessen Automatik nie mehr hochregelt, hat oft keinen sauberen Raum, sondern einen verstaubten Sensor.
Konkrete Modelle zu dieser Frage
Welche Geräte diese Anforderungen erfüllen, steht im zugehörigen Vergleich – mit Einsatzprofil, Stärken und Grenzen je Modell.
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