Von den drei Zahlen auf der Verpackung ist genau eine gemessen: der CADR. Die Luftwechselrate ist eine Annahme, und die Quadratmeterzahl ist das Ergebnis der Rechnung aus beiden. Wer das einmal auseinandernimmt, liest jedes Datenblatt anders.
CADR: die gemessene Größe
Die Clean Air Delivery Rate gibt an, wie viel gefilterte Luft ein Gerät pro Stunde liefert – in m³/h. Sie wird in einer Prüfkammer ermittelt und ist der einzige Wert, der sich zwischen Geräten direkt vergleichen lässt.
Luftwechselrate: die Annahme
Die Luftwechselrate (air changes per hour, ACH) sagt, wie oft das gesamte Raumvolumen pro Stunde durch das Gerät läuft. Zwei Luftwechsel bedeuten: Das Volumen wird zweimal umgewälzt. Welche Rate „richtig“ ist, hängt vom Anspruch ab – und genau diese Wahl trifft der Hersteller, nicht die Messung.
Die Verbindung
Raumvolumen ist Fläche mal Höhe. Bei 2,50 m Höhe hat ein 20-m²-Zimmer also 50 m³. Für vier Luftwechsel pro Stunde braucht es 4 × 50 = 200 m³/h. Umgestellt und mit derselben Raumhöhe:
Fläche = CADR ÷ (ACH × 2,5)
Bei vier Luftwechseln wird daraus schlicht: Fläche = CADR ÷ 10. Bei zwei Luftwechseln: CADR ÷ 5 – also die doppelte Fläche bei identischem Gerät.
Warum das den Unterschied macht
Ein Gerät mit 240 m³/h bedient bei vier Luftwechseln rund 24 m², bei zwei Luftwechseln rund 48 m². Die Herstellerangabe nennt in der Regel den zweiten Wert. Sie ist nicht falsch – sie beschreibt nur einen geringeren Anspruch.
Praktisch heißt das: Wer nach der Kartonangabe kauft, bekommt ein Gerät, das die Fläche gerade so schafft – und zwar auf einer hohen Stufe. Wer nach der Vier-Luftwechsel-Rechnung kauft, hat Reserve und kann leiser fahren.
Die Einschränkung
Die Rechnung nimmt einen geschlossenen Raum mit gleichmäßiger Durchmischung an. Eine offene Tür, ein gekipptes Fenster oder ein Gerät hinter dem Sofa verändern das Ergebnis, ohne dass eine Zahl es abbildet. Die Rechnung liefert eine Untergrenze, keine Garantie.
Konkrete Modelle zu dieser Frage
Welche Geräte diese Anforderungen erfüllen, steht im zugehörigen Vergleich – mit Einsatzprofil, Stärken und Grenzen je Modell.
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